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Hier finden Sie alle aktuellen Informationen und Pressemeldungen des KAV Niedersachsen und der VKA.

Tarifverhandlungen im kommunalen Nahverkehr - 4. Tarifrunde ohne Ergebnis

Pressemitteilung des KAV Niedersachsen

Kein Entgegenkommen der Gewerkschaftsseite / ver.di beharrt auf Reduzierung der Wochenarbeitszeit / Freizeit für den Fahrdienst wird zum Kernthema / neuer Verhandlungstermin ist der 1. Juni 2026 / ver.di setzt auf Eskalation und droht mit Warnstreiks


HANNOVER: Der Kommunale Arbeitgeberverband Niedersachsen (KAV) hat sich heute am 11. Mai 2026 mit der Gewerkschaft ver.di zur vierten Tarifrunde für die niedersächsischen kommunalen Nahverkehrsunternehmen getroffen. Beide Seiten haben sich am Nachmittag erneut vertagt und den 1. Juni 2026 als nächsten Verhandlungstermin vereinbart.


Kernthema der Auseinandersetzung bleibt die wöchentliche Arbeitszeit

Die Gewerkschaft ver.di beharrt weiterhin auf einer Absenkung der wöchentlichen Arbeitszeit, was die Arbeitgeberseite heute erneut zurückgewiesen hat. Seitens des KAV Niedersachsen wurde deutlich gemacht, dass einer Absenkung der derzeitigen Wochenarbeitszeit von 39 Stunden nicht zugestimmt werden kann.

Die Arbeitgeber haben ihr Angebot zum Abschluss der Tarifauseinandersetzung konkretisiert.

Sie bieten an:

  1. zusätzlich zum 13. Monatsgehalt (sogenanntes Weihnachtsgeld) eine Erhöhung des Urlaubsgeldes auf 500 Euro für alle Beschäftigten.
  2. einen zusätzlichen Urlaubstag ab 2027.
  3. die beiden bisher gewährten „freien Tage“ werden in zusätzliche Urlaubstage umgewandelt, sodass der bezahlte Jahresurlaub sodann insgesamt 33 Tage umfasst.
  4. den Zeitzuschlag für „Arbeit am Sonntag“ von 25 auf 30% zu steigern. Dieser Zeitzuschlag kann auf Wunsch in Freizeit umgewandelt werden. 


Michael Bosse-Arbogast, Hauptgeschäftsführer des KAV Niedersachsen „In den zehn Unternehmen in Niedersachsen, die den Tarifvertrag TV-N anwenden, ist das Geld für eine Arbeitszeitverkürzung nicht vorhanden. Auch die jeweiligen Gesellschafter der Unternehmen – die Kommunen und Landkreise – sind nicht in der Lage, diese Freizeitwünsche der Beschäftigten mit dem Geld der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler zu bezahlen.“

„Wir haben die wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen der Nahverkehrsunternehmen erneut gegenüber der Gewerkschaft erläutert und klargestellt, dass eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit bei gleichzeitigem Lohnausgleich im Ergebnis die Reduzierung des ÖPNV-Angebotes nach sich ziehen würde. Wir hoffen sehr, dass die Gewerkschaft in den nächsten drei Wochen bis zum 1. Juni 2026 zur Vernunft kommt und diese Forderung zurücknimmt“, so Michael Bosse-Arbogast abschießend.


Die 5. Tarifrunde ist für Montag, den 1. Juni 2026 angesetzt. Die Arbeitgeber halten daran fest und betonen, Lösungen und konstruktive Gespräche können nur am Verhandlungstisch erzielt werden.


Tarifrunde TV-N Niedersachsen 2026

Der KAV Niedersachsen verhandelt seit dem 19. Februar 2026 für insgesamt zehn kommunale Nahverkehrsunternehmen (Braunschweiger Verkehrsgesellschaft BSVG, Delbus GmbH & Co. (Delmenhorst), Göttinger Verkehrsbetriebe GÖVB, MOIN Mobilitätsinfrastruktur und -betriebs GmbH Landkreis Lüneburg, SWO Mobil GmbH (Osnabrück), Stadtbus Goslar, SVHI Stadtverkehr Hildesheim, Stadtwerke Verkehrsgesellschaft Wilhelmshaven, üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe AG und Wolfsburger Verkehrsgesellschaft WVG) mit rund 4.550 Beschäftigten den Manteltarifvertrag für den Nahverkehr (TV-N) in Niedersachsen mit dem ver.di Landesbezirk Niedersachsen/Bremen.